Datenbanken

ERM und Normalisierung Praxis

Praxisaufgaben zu Kardinalitäten, ER-Modellierung, Normalisierung und Integrität aus dem Web-Development-Materialblock.

ERM und Normalisierung Praxis

Im Web-Development-Materialblock war auch ein Datenbankteil enthalten. Dieser gehört fachlich zu Datenbanken und ergänzt hier die bestehenden Inhalte zu Datenmodellierung und Normalisierung.

Kardinalitäten wiederholen

Kardinalitäten beschreiben, wie Entitäten miteinander in Beziehung stehen.

KardinalitätBedeutungBeispiel
1:1ein Objekt zu genau einem anderen ObjektMann ist verheiratet mit Frau
1:nein Objekt zu vielen anderen ObjektenKunde erteilt viele Aufträge
n:1viele Objekte zu einem Objektviele Mitarbeiter arbeiten für eine Firma
m:nviele Objekte zu vielen ObjektenMitarbeiter arbeiten an Projekten

Übung: Kardinalitäten bestimmen

Bestimme die Kardinalität:

  1. Mann ist verheiratet mit Frau.
  2. Prospekt beschreibt Produkt.
  3. Lehrer unterrichtet Fach.
  4. Lieferant liefert Produkt.
  5. Mitarbeiter arbeitet für Firma.
  6. Bestellung umfasst Produkt.
  7. Kino hat Kinosaal.

Ergänze je ein eigenes Beispiel für:

  • 1:1
  • 1:n
  • n:1
  • m:n

Beziehungsattribute

Auch Beziehungen können Attribute besitzen.

Beispiel:

Arzt behandelt Patient wegen Krankheit.

Die Krankheit ist hier kein Attribut nur von Arzt oder Patient, sondern gehört zur Beziehung behandelt.

Schlüssel wiederholen

BegriffBedeutung
Primärschlüsselidentifiziert einen Datensatz eindeutig
Schlüsselkandidatkönnte als eindeutiger Schlüssel verwendet werden
Fremdschlüsselverweist auf Primärschlüssel einer anderen Tabelle
zusammengesetzter SchlüsselSchlüssel aus mehreren Attributen
Surrogatschlüsselkünstlicher Schlüssel, zum Beispiel fortlaufende Nummer
natürlicher Schlüsselfachlich sprechender Schlüssel, zum Beispiel ISBN

Normalisierung wiederholen

Ziel der Normalisierung ist es, Redundanz und Anomalien zu reduzieren.

NormalformKerngedanke
1NFkeine zusammengesetzten oder wiederholten Werte in einer Zelle
2NFkeine Abhängigkeit von nur einem Teil eines zusammengesetzten Schlüssels
3NFkeine transitiven Abhängigkeiten zwischen Nicht-Schlüssel-Attributen
BCNFjede Determinante ist ein Schlüsselkandidat
4NFkeine unabhängigen mehrwertigen Abhängigkeiten
5NFkeine verlustbehaftete Zerlegung durch Join-Abhängigkeiten

Merksatz nach Codd:

Jedes Attribut hängt vom Schlüssel, vom ganzen Schlüssel und von nichts als dem Schlüssel ab.

Praxisaufgabe: Fußball-Datenbank

Entwirf ein ER-Modell und ein relationales Modell für eine Sportzeitschrift.

Zu verwalten sind:

  • Fußballmannschaften
  • Spieler
  • Spiele
  • Schiedsrichter
  • Turniere
  • Tore pro Spieler und Spiel

Zu klären:

  • Wie identifiziert man Mannschaften?
  • Wie identifiziert man Spieler?
  • Wie modelliert man Spiele eindeutig?
  • Wo wird das Ergebnis gespeichert?
  • Wie wird gespeichert, welcher Spieler wie viele Tore erzielt hat?
  • Welche Beziehung besteht zwischen Spiel und Turnier?

Praxisaufgabe: Hotel

Modelliere ein Hotelgeschäft.

Zu verwalten sind:

  • Zimmer
  • Zimmerkategorien
  • Mitarbeiter
  • Zimmermädchen
  • Hausmeister
  • Gäste
  • Buchungen
  • Servicepakete
  • Basis- und Luxuspakete

Besonders wichtig:

  • Spezialisierung von Mitarbeitern
  • Buchung abhängig von Zimmer und Zeitraum
  • Beziehung zwischen Luxuspaketen und Basispaketen
  • klare Primär- und Fremdschlüssel

Praxisaufgabe: Bibliothek

Modelliere eine Bibliothek mit:

  • Büchern
  • Exemplaren
  • Zeitschriften
  • Ausgaben
  • Artikeln
  • Autoren
  • Kunden
  • Ausleihen
  • Reservierungen
  • Regalen
  • Fachgebieten
  • Schlagwörtern und Synonymen

Besonders wichtig:

  • Bücher können mehrere Exemplare haben.
  • Zeitschriftenausgaben sind nur einmal vorhanden.
  • Bücher und Artikel können mehrere Autoren haben.
  • Artikel können andere Artikel referenzieren.
  • Bücher können Übersetzungsvorlagen haben.

Praxisaufgabe: Kino

Modelliere eine Kinokette mit:

  • Kinos
  • Sälen
  • Sitzplänen
  • Filmen
  • Vorstellungen
  • Tickets
  • Preisen
  • Schauspielern
  • Regisseuren

Besonders wichtig:

  • Ein Saal hat Sitzreihen und Plätze.
  • Mehrere Filme können pro Tag in einem Saal laufen.
  • Für jede Vorstellung muss klar sein, welche Plätze verfügbar sind.
  • Ticketdaten müssen Vorstellung, Sitzplatz, Preis und Seriennummer enthalten.
  • Schauspieler und Regisseure sind Personen mit Rollen in Filmen.

Integrität

Datenintegrität bedeutet, dass Daten nach jeder Operation gültig bleiben.

IntegritätBeispiel
WertebereichsintegritätProzentwert darf nicht über 100 liegen
EntitätsintegritätPrimärschlüssel darf nicht NULL sein
referentielle IntegritätFremdschlüssel muss auf vorhandenen Datensatz zeigen
ÜbergangsintegritätZustandswechsel muss fachlich erlaubt sein
semantische IntegritätAnmeldung nur möglich, wenn noch Plätze frei sind
Diese Aufgaben sind gute Prüfungsvorbereitung, weil sie vom Text über das ER-Modell bis zum relationalen Schema führen.

Zuletzt aktualisiert: 6. Juni 2026