Grundlagen und Datenbanksysteme
Grundlagen und Datenbanksysteme
Datenbanken entstehen aus einem einfachen Problem: Daten sollen nicht nur irgendwo gespeichert werden, sondern zuverlässig nutzbar sein.
In Unternehmen sind Daten strategisch wichtig. Niemand kennt alle Daten im Kopf, und ohne Struktur entstehen Redundanzen, Inkonsistenzen und hoher Pflegeaufwand.
Nachricht, Information und Daten
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Nachricht | Eine endliche Folge von Signalen oder Zeichen. |
| Information | Eine Nachricht mit Bedeutung für einen Empfänger. |
| Daten | Informationen in einer Form, die verarbeitet werden kann. |
Beispiel: 4020 ist zuerst nur eine Zeichenfolge. Mit Kontext kann es eine Postleitzahl oder ein Gehalt sein. Erst durch Bedeutung und Verarbeitung wird daraus ein relevantes Datum.
Arten von Daten
| Art | Beschreibung |
|---|---|
| Strukturierte Daten | Haben ein klares Datenmodell, zum Beispiel Tabellen mit festen Spalten. |
| Semistrukturierte Daten | Haben teilweise Struktur, zum Beispiel XML oder HTML. |
| Unstrukturierte Daten | Liegen ohne formales Schema vor, zum Beispiel Freitext, Bilder oder Dokumente. |
| Big Data | Sehr große Datenmengen, die klassische Systeme oft überfordern. |
Strukturierte Daten sind die typische Grundlage relationaler Datenbanken.
Stammdaten und Bewegungsdaten
Strukturierte Unternehmensdaten werden häufig in zwei Gruppen geteilt.
| Kategorie | Bedeutung | Beispiele |
|---|---|---|
| Stammdaten | Grunddaten über wichtige Objekte. | Kunde, Produkt, Mitarbeiter, Lieferant |
| Bewegungsdaten | Daten über Vorgänge und Zustandsänderungen. | Bestellung, Zahlung, Lieferung, Kontobewegung |
Stammdaten ändern sich meist seltener. Bewegungsdaten entstehen laufend im Geschäftsprozess.
Probleme klassischer Dateisysteme
Früher wurden Daten oft direkt in Dateien gespeichert, die genau zu bestimmten Programmen passten.
Nachteile:
- dieselben Daten liegen mehrfach vor
- Aktualisierungen müssen an mehreren Stellen passieren
- vertrauliche Felder sind schwer zentral zu schützen
- Dateiaufbau muss jedem Programm bekannt sein
- Änderungen an Dateien erfordern Programmänderungen
- Integrität wird in vielen Programmen einzeln umgesetzt
- zentrale Kontrolle fehlt
- Datenbestände können inkonsistent werden
Datenbanken lösen diese Probleme durch zentrale Verwaltung, klare Strukturen und kontrollierte Zugriffe.
Datenbank, DBMS und Datenbanksystem
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Datenbank | Organisierter Datenbestand. |
| DBMS | Software zur Verwaltung der Datenbank. |
| Datenbanksystem | Datenbank plus DBMS und Umgebung. |
Das Datenbankmanagementsystem kümmert sich unter anderem um:
- Speichern und Lesen von Daten
- Abfragen
- Änderungen
- Integrität
- Transaktionen
- Rechte
- Mehrbenutzerbetrieb
- Sicherung und Wiederherstellung
Warum Datenbanken?
Datenbanken bieten:
- Sicherheit vor Datenverlusten
- Zugriff für mehrere Benutzer
- strukturierte Datenhaltung
- bessere Konsistenz
- geringere Redundanz
- zentrale Kontrolle
- Abfragemöglichkeiten
- Integritätsregeln
Datenbanktypen
| Typ | Einordnung |
|---|---|
| Hierarchische DBMS | Daten sind baumartig organisiert, historisch wichtig. |
| Netzwerkartige DBMS | Daten können flexibler verknüpft sein als im Baum. |
| Relationale DBMS | Daten liegen in Relationen, also Tabellen. |
| Objektrelationale DBMS | Relationale Systeme mit objektorientierten Erweiterungen. |
| Objektorientierte DBMS | Daten werden stärker als Objekte modelliert. |
| Data-Warehouse | Für Analyse und Auswertung großer historischer Datenbestände. |
| OLAP | Mehrdimensionale Auswertung, zum Beispiel nach Zeit, Region und Produkt. |
Im Unterricht steht vor allem das relationale Modell im Vordergrund.
Merksatz
Datenbanken vermeiden Datenchaos. Sie trennen Daten von Programmen und schaffen eine zentrale, kontrollierte Grundlage für Informationssysteme.
Zuletzt aktualisiert: 6. Juni 2026