Malware-Grundlagen
Malware-Grundlagen
Malware steht für malicious software, also bösartige Software. Gemeint ist Software, die absichtlich unerwünschte oder schädliche Aktionen auf einem System ausführt.
Wichtig ist die Abgrenzung: Fehlerhafte Software kann ebenfalls Schaden anrichten. Malware ist aber mit schädlicher Absicht entwickelt oder eingesetzt.
Bezug zur Informationssicherheit
Malware bedroht alle drei klassischen Schutzziele der Informationssicherheit:
| Schutzziel | Malware-Risiko |
|---|---|
| Vertraulichkeit | Daten werden gestohlen oder ausgespäht. |
| Integrität | Dateien, Prozesse oder Systeme werden verändert. |
| Verfügbarkeit | Systeme werden blockiert, verschlüsselt oder lahmgelegt. |
Grundtypen von Malware
Die Unterlagen unterscheiden mehrere typische Malware-Arten.
Virus
Ein Virus:
- nistet sich in andere Programme oder Dateien ein
- benötigt einen Wirt
- verbreitet sich durch Ausführen oder Teilen infizierter Dateien
- kann Daten verändern, löschen oder weitere Schadfunktionen ausführen
Ein Virus verbreitet sich nicht vollständig selbstständig.
Wurm
Ein Wurm:
- verbreitet sich selbstständig über Netzwerke
- nutzt häufig Sicherheitslücken aus
- braucht keine aktive Weitergabe durch Benutzer
- kann Netzwerke überlasten oder weitere Schadsoftware nachladen
Würmer sind gefährlich, weil sie sich sehr schnell ausbreiten können.
Trojaner
Ein Trojaner:
- tarnt sich als nützliches Programm, Spiel, Tool oder Dokument
- wird vom Benutzer unwissentlich installiert
- führt im Hintergrund schädliche Aktionen aus
- kann Hintertüren öffnen oder Daten stehlen
Der Name kommt aus dem Bild des trojanischen Pferdes.
Bot
Ein Bot ist Malware, die Teil eines Botnetzes wird.
Mögliche Aktionen:
- DDoS-Angriffe
- Spam versenden
- weitere Malware verteilen
- Zugangsdaten stehlen
- Befehle eines Bot-Masters ausführen
Ein Botnetz besteht aus vielen kompromittierten Geräten.
Spyware
Spyware spioniert Benutzerinnen und Benutzer aus.
Typische Daten:
- besuchte Webseiten
- Suchanfragen
- E-Mail-Adressen
- Kontakte
- Tastatureingaben
- Anmeldedaten
Keylogger sind eine besonders direkte Form von Spyware.
Ransomware
Ransomware sperrt oder verschlüsselt Daten und verlangt Lösegeld.
Sie bedroht vor allem die Verfügbarkeit, kann aber auch Vertraulichkeit betreffen, wenn Daten zusätzlich gestohlen werden.
Rootkit
Ein Rootkit dient dazu, die Anwesenheit von Malware oder Angreifern zu verbergen.
Es kann zum Beispiel verstecken:
- Dateien
- Prozesse
- Netzwerkverbindungen
- Registry-Einträge
- Spuren anderer Malware
Rootkits erschweren Analyse und Entfernung erheblich.
Typische Verbreitungswege
Malware verbreitet sich über verschiedene Wege:
- schädliche E-Mail-Anhänge
- infizierte Links
- kompromittierte Webseiten
- Exploits gegen ungepatchte Systeme
- manipulierte Downloads
- Raubkopien und Keygens
- gefälschte Installer
- infizierte USB-Datenträger
- Phishing und Social Engineering
Warum Malware relevant ist
Die Folien zeigen Malware als wirtschaftliches, persönliches und gesellschaftliches Problem.
Mögliche Folgen:
- Datenverlust
- Identitätsdiebstahl
- Betriebsunterbrechung
- Reputationsschaden
- finanzielle Schäden
- Verlust von Privatsphäre
- Ausfall kritischer Dienste
Merksatz
Malware ist nicht eine einzelne Bedrohung, sondern eine ganze Familie von Angriffswerkzeugen mit unterschiedlichen Zielen und Verbreitungswegen.
Zuletzt aktualisiert: 6. Juni 2026