RDP und PKI
RDP und PKI
Windows Server verwenden für RDP standardmäßig häufig selbstsignierte Zertifikate. Dadurch erscheinen beim Verbindungsaufbau Zertifikatswarnungen. In einer Domäne ist es sauberer, RDP-Zertifikate über eine interne Windows PKI auszustellen und per Gruppenrichtlinie zu verwenden.
Ziel
RDP-Verbindungen sollen:
- ein vertrauenswürdiges Zertifikat verwenden
- automatisch ausgerollt werden
- bei Bedarf erneuert werden
- zum FQDN des Servers passen
- keine unnötigen Zertifikatswarnungen anzeigen
Ablauf
Der grundlegende Ablauf:
- Zertifikatstemplate erstellen.
- Geeignete Application Policy für RDP konfigurieren.
- Berechtigungen für die richtigen Computer setzen.
- Template auf der Zertifizierungsstelle veröffentlichen.
- Gruppenrichtlinie erstellen.
- Server authentication certificate template konfigurieren.
- GPO auf die Server-OU verknüpfen.
- RDP-Verbindung per FQDN testen.
Zertifikatstemplate
Als Basis kann ein vorhandenes Computer-Template dupliziert werden. Danach wird es für RDP angepasst.
Wichtige Punkte:
- Application Policies prüfen
- RDP-spezifische Policy verwenden
- Berechtigungen für die passenden Server setzen
- Template sinnvoll benennen
- Gültigkeit festlegen
Für RDP wird die Application Policy Remote Desktop Authentication mit der OID 1.3.6.1.4.1.311.54.1.2 verwendet.
Gruppenrichtlinie
Die relevante GPO-Einstellung liegt unter:
Computer Configuration
└── Policies
└── Administrative Templates
└── Windows Components
└── Remote Desktop Services
└── Remote Desktop Session Host
└── Security
└── Server authentication certificate template
Dort wird der Name des Zertifikatstemplates eingetragen.
Wichtig: FQDN verwenden
RDP sollte mit dem vollständigen DNS-Namen aufgebaut werden, zum Beispiel:
server01.example.local
Wenn stattdessen nur ein Kurzname verwendet wird, passt der Name möglicherweise nicht zum Zertifikat.
Typische Fehlerquellen
- Client vertraut der ausstellenden CA nicht.
- GPO wird nicht auf die Server angewendet.
- Template ist nicht auf der CA veröffentlicht.
- falscher Template-Name in der GPO
- falsche Berechtigungen auf dem Template
- Verbindung wird nicht per FQDN aufgebaut.
- Zertifikat enthält nicht den erwarteten Namen.
Zuletzt aktualisiert: 6. Juni 2026