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Autorisierung

Authentifizierung, Autorisierung, Discretionary Access Control, Mandatory Access Control und Role Based Access Control.

Autorisierung

Sichere Betriebssysteme müssen entscheiden, wer auf welche Ressourcen zugreifen darf.

Dabei sind zwei Begriffe wichtig:

BegriffBedeutung
AuthentifizierungWer bist du?
AutorisierungWas darfst du?

Erst wird eine Identität geprüft. Danach entscheidet das System, welche Aktionen erlaubt sind.

Zugriffskontrolle

Zugriffskontrolle schützt Objekte wie:

  • Dateien
  • Ordner
  • Prozesse
  • Netzwerkdienste
  • Geräte
  • Speicherbereiche
  • Systemfunktionen

Typische Rechte:

  • Lesen
  • Schreiben
  • Ausführen
  • Löschen
  • Verwalten

DAC

Discretionary Access Control bedeutet, dass Besitzer eines Objekts über Zugriffsrechte entscheiden können.

Beispiel: Der Besitzer einer Datei legt fest, welche Benutzer lesen oder schreiben dürfen.

Eigenschaften:

  • flexibel
  • gut für normale Mehrbenutzersysteme
  • Rechte können vom Besitzer vergeben werden
  • Besitz kann teilweise übertragen werden

Risiken:

  • Benutzer können versehentlich zu viele Rechte vergeben
  • kompromittierte Benutzerkonten gefährden ihre Objekte
  • Trojaner können Rechte des Benutzers missbrauchen

DAC ist praktisch, aber stark von korrekt handelnden Benutzern abhängig.

MAC

Mandatory Access Control bedeutet, dass zentrale Sicherheitsregeln festlegen, wer auf was zugreifen darf.

Benutzer oder Besitzer können diese Regeln nicht einfach selbst ändern.

Einsatzgebiete:

  • Militär
  • Behörden
  • Gesundheitsbereich
  • besonders schutzbedürftige Umgebungen

MAC arbeitet häufig mit Klassifikationen.

Beispiele:

  • öffentlich
  • vertraulich
  • geheim
  • streng geheim

Bell-LaPadula

Das Bell-LaPadula-Modell schützt vor allem Vertraulichkeit.

Vereinfacht:

  • kein unberechtigtes Lesen höher klassifizierter Daten
  • keine Weitergabe vertraulicher Daten in niedriger klassifizierte Bereiche

Es geht darum, Informationsabfluss zu verhindern.

Biba

Das Biba-Modell schützt vor allem Integrität.

Ziel ist, dass weniger vertrauenswürdige Informationen nicht höher vertrauenswürdige Daten manipulieren.

Damit ergänzt Biba die Vertraulichkeitssicht von Bell-LaPadula.

Multilaterale Sicherheit

Neben vertikalen Stufen wie geheim oder vertraulich können auch horizontale Bereiche wichtig sein.

Beispiel:

  • Projekt A
  • Projekt B
  • Abteilung Recht
  • Abteilung Forschung

Jemand kann in einem Bereich berechtigt sein, aber in einem anderen nicht.

RBAC

Role Based Access Control vergibt Rechte über Rollen.

Benutzer erhalten Rollen, Rollen erhalten Berechtigungen.

Beispiel:

RolleMögliche Rechte
AdminVerwalten, Lesen, Schreiben
RedaktionLesen, Schreiben
SupportLesen, begrenztes Bearbeiten
GastLesen

Vorteile:

  • Rechte orientieren sich an Aufgaben
  • Rollen bilden organisatorische Prozesse ab
  • Benutzer können mehrere Rollen haben
  • Verwaltung ist übersichtlicher als Einzelrechte pro Benutzer

Nachteile:

  • Rollen müssen gepflegt werden
  • zu viele Rollen werden unübersichtlich
  • falsche Rollenzuweisung kann große Auswirkungen haben

Vergleich

ModellGrundideeStärkeRisiko
DACBesitzer vergeben RechteflexibelBenutzerfehler und Trojaner
MACZentrale Regeln erzwingen Zugriffsehr kontrolliertweniger flexibel
RBACRechte über Rollengut verwaltbarRollenmodell muss stimmen

Merksatz

Authentifizierung klärt die Identität. Autorisierung begrenzt die Macht dieser Identität. Gute Zugriffskontrolle verhindert, dass ein Fehler oder Angriff sofort das ganze System betrifft.

Zuletzt aktualisiert: 6. Juni 2026