Phasen eines Pentests
Phasen eines Pentests
Ein Pentest läuft strukturiert ab. Die Folien beschreiben sechs typische Phasen.
Übersicht
| Phase | Ziel |
|---|---|
| Reconnaissance | Informationen über das Ziel sammeln |
| Scanning | erreichbare Systeme, Ports und Dienste finden |
| Enumeration | Details zu gefundenen Diensten sammeln |
| Exploitation | Schwachstellen kontrolliert ausnutzen |
| Post-Exploitation | Auswirkungen und mögliche Folgeschritte prüfen |
| Reporting | Ergebnisse dokumentieren und Empfehlungen geben |
1. Reconnaissance
Reconnaissance ist die Informationsbeschaffung.
Dabei wird gesammelt:
- Domains
- IP-Adressen
- Technologien
- öffentliche Dokumente
- E-Mail-Muster
- Subdomains
- sichtbare Dienste
- Hinweise auf Infrastruktur
Je besser die Informationsbasis, desto gezielter können spätere Tests erfolgen.
2. Scanning
Scanning sucht nach erreichbaren Systemen und offenen Diensten.
Typische Fragen:
- Welche Hosts sind aktiv?
- Welche Ports sind offen?
- Welche Dienste laufen?
- Welche Versionen sind sichtbar?
- Gibt es Hinweise auf Betriebssysteme?
Scanning ist aktiv und kann Spuren hinterlassen.
3. Enumeration
Enumeration geht tiefer als Scanning.
Hier werden konkrete Details gesammelt:
- Benutzernamen
- Freigaben
- Verzeichnisstrukturen
- Bannerinformationen
- Anwendungen und Versionen
- Konfigurationen
- mögliche Angriffspunkte
4. Exploitation
Exploitation bedeutet, eine Schwachstelle kontrolliert auszunutzen, um ihre Auswirkung zu belegen.
Wichtig:
- nur im vereinbarten Scope
- nur mit erlaubten Methoden
- möglichst schonend
- sauber dokumentiert
- mit klarer Risikobewertung
In dieser Dokumentation stehen Erkennung und Bewertung im Vordergrund, nicht das Ausnutzen fremder Systeme.
5. Post-Exploitation
Nach einer erfolgreichen Kompromittierung wird geprüft, welche Auswirkungen möglich wären.
Beispiele:
- Rechteausweitung
- Zugriff auf Daten
- laterale Bewegung
- Zugriff auf weitere Systeme
- Persistenzmöglichkeiten
Das muss vorher klar erlaubt sein.
6. Reporting
Der Bericht ist das zentrale Ergebnis eines Pentests.
Er sollte enthalten:
- Management Summary
- technisches Vorgehen
- gefundene Schwachstellen
- Risiko und Auswirkungen
- Nachweise
- CVSS- oder Risikobewertung
- konkrete Empfehlungen
- Prioritäten
Merksatz
Pentesting ist kein wildes Ausprobieren. Es ist ein strukturierter Prozess von Information über Nachweis bis zur Verbesserung.
Zuletzt aktualisiert: 6. Juni 2026